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By Prof. Dr. Rainer Luthe (auth.)

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So will der Knabe, der seine Hausaufgaben nicht macht, entweder FuBball spielen oder Briefmarken tauschen. Dieser uneigentlich Willensschwache wendet sich lediglich bequemeren oder ihm vorteilhafter erscheinenden Zielen als denen, denen er sich zuwenden sollte, zu. Es geht hier urn einen Bezug zum SoIl en und nicht urn das Symptom einer psychischen Storung. Der Bundesgerichtshof macht also in Wahrheit den Begriff der Willensschwiiche von einer Wertung des inhaltlich Gewollten abhiingig. Der seinswissenschaftliche Begriff des Willens ist hingegen nur in dem Umfang sinnvoll, in dem er sich auf eine Form bezieht, die von dem, was gewollt wird, von seinem Inhalt, unabhiingig ist.

Diese Anweisungen mussen aber ebenfalls gewollt werden - wie gesagt: ein regressus ad infinitum. Dahinter steht das vorwissenschaftliche Bild vom Menschen, der konnte, wenn er nur wollte, und dahinter steht die Erfahrung, daB man sich "hangen lassen" oder einen Ruck geben kann. Es handelt sich bei diesem dualistischen Denktm urn die essentialistische Grundeinstellung zum Leben mit einer Seele und einem Leib, woraus in der Psychoanalyse das "Miinnchen im Mann" wird, ohne das die Es-Ich-OberichInstanzen als bloBe Juxtapositionen nicht funktionieren.

Das bedeutet, daB man das, was man ggf. ausschlieBt, nicht hinsichtlich seiner inneren Beschaffenheit zu kennen braucht. Die BeweisfUhrung ist von dem unabhiingig, was positiv als Wissen oder Meinung iiber die ungestarte Funktion dem Sachverstiindigen zur Verfiigung steht. Es kommt also Dicht darauf an, welche Einstellung der Sachverstandige zur Verifikation der Schuldfahigkeit hat. Zusammenfassend kann man sagen, daB in der formal zu erfassenden Starung auf diese Weise ein Krankheitsbegriff deutlich wird, der geeignet ist, die Aufspaltung des alten somatisch verankerten Krankheitsbegriffes in eine juristische und mediziDische Begriffsfassung zu iiberwinden, da beide Begriffsfassungen in der Feststellung des Fehlens der Fahigkeit, sich· selbst zu bestimmen, miteinander zur Deckung kommen.

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